Eine Reise nach Madagaskar

Carola Hornung, langjährige Mitarbeiterin bei Lifocolor und im Export tätig, beteiligt sich schon seit Jahren an Hilfsprojekten der KAB Bamberg. Zusammen mit der Organisation FIVOY, reiste sie nach Fianarantsoa (Madagaskar) um die Hilfsprojekte zu begutachten. Eine achtköpfige Abordnung der KAB und Spendern begleiteten sie auf ihrer dreiwöchigen Tour durch Madagaskar. Lifocolor spendete für diesen Anlass Buntstifte für die Schulklassen.

Anm.: Die KAB (Katholische Arbeitnehmer Bewegung), versteht sich als Interessenvertretung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, für Frauen und Familien sowie für ältere und sozial benachteiligte Menschen. Weitere Infos unter: www.kab-bamberg.de

Ein Interview mit Carola Hornung:

Wie finanziert und arbeitet dieses Hilfsprojekt, und welche Rolle spielst du Carola?

„Die KAB Diözese Bamberg, in der ich ehrenamtlich tätig bin, unterstützt auch internationale Hilfsprojekte u.a. die Selbsthilfe-Organisation FIVOY. Die Frauengruppen in dieser Organisation (Abb. 1) werden aus den Spendenfonds unterstützt, um Reis für ihre Reisspeicher zu beschaffen. Sie erhalten auch Ausbildungsmaßnahmen hinsichtlich einkommensschaffender Tätigkeiten und in Belangen der Gesundheit, Ernährung, Ackerbau und Viehzucht. Außerdem werden Mikrokredite vergeben um ihre täglichen Arbeiten abzusichern und sich so ein Minimaleinkommen für ihre Familie zu verschaffen."

Abb. 1: Frauengruppe Manirihosoa

"Ein weiteres Hilfsprojekt ist die aus Spendengeldern finanzierte Schulspeisung. Die Eltern dieser Schüler leisten ihren Beitrag in der Einbringung eines Teils des Reises und in der Zubereitung der Mahlzeiten für die Kinder. Die Kinder erhalten während der Trockenperiode einmal am Tag ein warmes Mittagessen. Dadurch sind die Kinder aufnahme- und leistungsfähiger in der Schule und kommen auch regelmäßig zum Unterricht. In der Grundschule von Betapoaka übergab ich von unserer Firma finanzierte Buntstifte einer Lehrerin (Abb. 3). Diese werden für die Grund- und Vorschule in Betapoaka eingesetzt. Die Schüleranzahl beläuft sich in dieser Schule auf 239 Kinder bei nur 6 Lehrern."

Abb. 2: Schulklasse in Betapoaka

"Des Weiteren unterstützt die KAB noch eine Schulspeisung in Tsarahonenana und die Frauengruppen Fivoarana in Fianarantsoa, Fanavotana in Mahafaly, Faniry in Tambohobe. An der Nationalstraße N7 gibt es sogar einen aus Spendengeldern finanzierten kleinen Laden, wo die Frauen, Kunsthandwerk wie Flechtartikel, Stickereien und auch Gewürze verkaufen. Die Verständigung fiel mir leicht, weil ich französisch spreche und das auch von einem Teil der Bevölkerung verstanden wird. Das untere Bild zeigt die Überreichung der Buntstifte, das habe ich auf Französisch gemacht und wurde dann ins Madagassische übersetzt."


Abb. 3: Übergabe der gespendeten Buntstifte

An welche Orte hat dich deine Reise geführt und was hat dich am meisten beeindruckt?

„Natürlich die Dankbarkeit der Menschen dort, ihre Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit, obwohl sie sehr wenig haben. Madagaskar zählt zu den ärmsten Ländern der Erde, aber viele, die ich dort getroffen habe, erschienen nicht unglücklich. Sie schafften es, trotz großem Mangel an allem, Wärme auszustrahlen. Aufgrund der Armut wächst die Kriminalität, dennoch ist die Grundeinstellung der Menschen dort herzlich und freundlich. Ich kann nur ermutigen in derartigen Projekten mitzuarbeiten. Unsere Reise führte unsere Gruppe von Antananarivo über Fianarantsoa, Betapoaka, Ambalavao und Tsarahonenana und Itafy. Wunderschön nicht nur die Landschaft, auch die Tier- und Pflanzenwelt auf Madagaskar ist einzigartig!"

 
Abb. 4: Landschaft Madagaskars

"Dadurch, dass wir am Ende noch ein paar freie Tage zum Baden hatten, gelang es uns die Strapazen der Reise hinter uns zu bringen und uns zumindest ein bisschen zu regenerieren, bevor sich ein jeder wieder in das Alltagsleben stürzte. Während unserer Reise ist auf Madagaskar die Pest ausgebrochen, was uns natürlich auch erkennen ließ, wie viel vor allem noch in die medizinische Versorgung investiert werden muss."

Was spornt dich an, neben deinem Vollzeitjob, dich um solche Projekte zu kümmern?

„Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass es uns hier allen wirklich gut geht und viele Menschen auf hohem Niveau jammern. Ich habe mich ja schon immer für Zwecke im sozialen Bereich engagiert, weil ich in der Gesellschaft neben meiner Arbeit auch etwas bewegen möchte. Ich bin ehrenamtlich auch in der Vorstandschaft der Mittagsbetreuung Itz-Kids e.V. der Grundschule Rattelsdorf tätig. Auch dieser Verein unterstützt über die KAB das Projekt der Schulspeisung in Betapoaka. Spendengelder erwirken wir durch den Verkauf von Secondhand-Kleidung, Büchern und Spielzeug. Für mich ist es wichtig, die Bildung in den Entwicklungsländern zu fördern, denn Bildung trägt dazu bei, die Lebensumstände in diesen Regionen zu verändern."

Abb. 5: Schulkinder aus Betapoaka

Und was möchtest du uns zum Abschluss noch sagen?

„Wird man im Rentenalter nicht von Familienmitgliedern gebraucht, und die Gesundheit es zulassen, sollte man sich auf jeden Fall zu Hause oder in der Ferne für Menschen engagieren. Egal in welcher Art und Weise, egal an welchem Ort dieser Welt ... Es gibt nichts Sinnvolleres ..."

Vielen Dank Carola, dass du deine Erlebnisse und Eindrücke mit uns geteilt hast!

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